Über uns

Die Sophienpflege ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe. An über 30 Standorten in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Böblingen sind mehr als 250 Mitarbeitende täglich in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien. Die Sophienpflege ist eine evangelische Einrichtung und als gemeinnütziger Verein Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.    

Als diakonisches Unternehmen verpflichten wir uns, alle Menschen in ihrer Würde vor Gott und den Menschen zu achten und zu schützen. Unsere Hilfen orientieren sich an der Wahrnehmung des Menschen als ganzheitliches Wesen. Selbstbestimmung und Selbstverantwortlichkeit prägen unser Handeln und unser pädagogisches Prinzip ebenso wie die Orientierung an inneren und äußeren Ressourcen sowie die Entdeckung, Bewusstmachung und Weiterentwicklung persönlicher Stärken und Fähigkeiten.

Als ein zeitgemäßer, sozialer Dienstleister ist es uns wichtig, dass die diakonische Ausrichtung des pädagogischen Handelns im Erleben der jungen Menschen und ihrer Familien spürbar wird. Wir begegnen jedem Menschen so, dass er erfährt, einzigartig und wertvoll zu sein, und zwar ungeachtet seiner Leistungen und gesellschaftlichen Stellung.

DER DRUCK AUF DIE MENSCHEN UND SPEZIELL AUF FAMILIEN WÄCHST. KINDER ZU ERZIEHEN, IHNEN VERNÜNFTIGE WERTE ZU VERMITTELN, SO DASS SIE SICH IM LEBEN ZURECHTFINDEN, WIRD IMMER SCHWIERIGER. KINDER- UND JUGENDHILFE IST DAHER EIN WICHTIGER BESTANDTEIL UNSERER MODERNEN GESELLSCHAFT.

Schon zu Beginn der achtziger Jahre entwickelte die Sophienpflege gemeinsam mit dem Kreisjugendamt Tübingen unter dem Begriff der „Jugendhilfestationen“ unterschiedliche Hilfen in ambulanten und teilstationären Formen. Diese Jugendhilfeangebote sind bis heute gekennzeichnet durch Anlaufstellen und Begegnungsstätten, in denen Kinder, Jugendliche und Eltern tagsüber Betreuung, Begleitung, Beratung und Unterstützung in unterschiedlicher Form erfahren. Charakteristisch für das Angebot ist sein präventiver Ansatz, das bedeutet, dass wir möglichst frühzeitig mit Familien in Kontakt treten, um in problembelasteten Situationen die geeignete Unterstützung anbieten zu können. Beispielhaft dafür ist die Soziale Gruppenarbeit (SGA). Sie fördert auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch soziales Lernen in der Gruppe. Voraussetzung für die Gewährung dieser Hilfe ist ein erzieherischer Bedarf und die verbindliche Teilnahme am Angebot. Wurde in der Vergangenheit eine möglichst wohnortnahe Hilfeleistung angestrebt, findet Soziale Gruppenarbeit im Zuge des Ausbaus der Ganztagsschulen in Zukunft vermehrt an Schulen (SGA Flex) statt.

BREITES BILDUNGSANGEBOT AN DER RUDOLF-LESKI SCHULE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE DER KLASSENSTUFEN 1 BIS 9 AUS DREI LANDKREISEN UND NACH UNTERSCHIEDLICHEN BILDUNGSPLÄNEN

An unserem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ ESENT), der Rudolf-Leski-Schule, werden zurzeit nahezu 170 Schüler*innen unterrichtet.
Jede Schülerin und jeder Schüler hat einen individuellen Bildungs- und Unterstützungsbedarf, dem wir mit unterschiedlichen Angeboten und Unterrichtsformen begegnen. Diese reichen von besonderen Bildungsangeboten im geschützten Rahmen der Stammschule bis hin zu wohnortnahen schulischen Außenstellen und inklusiven Arrangements in den Regelschulen. Durch dieses breite Spektrum können an der Rudolf-Leski-Schule Kinder und Jugendliche aus den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Böblingen in den Klassenstufen 1 bis 9 nach den Bildungsplänen der Grund- und Werkrealschule oder im Bildungsgang des Förderschwerpunkts Lernen unterrichtet werden.

DAMIT DIE KINDER- UND JUGENDHILFE EIN WICHTIGER BESTANDTEIL UNSERER MODERNEN GESELLSCHAFT BLEIBT UND KEIN FACHKRÄFTEMANGEL ENTSTEHT, MACHT DIE SOPHIENPFLEGE EIN ATTRAKTIVES ANGEBOT: DIE AUSBILDUNG ZUR/ZUM JUGEND- UND HEIMERZIEHER*IN AN UNSERER FACHSCHULE

An unserer Fachschule für Sozialwesen der Fachrichtung Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung können (junge) Menschen innerhalb von drei Jahren eine Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher*in mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung machen. Zwei Wege stehen dafür zur Auswahl: die Vollzeitausbildung mit dem Wechsel zwischen Schule und Praktika sowie die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) in einer Einrichtung. Die Ausbildung richtet sich an Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und Herausforderungen suchen.

DER VERGANGENHEIT SEIT 1840 VERBUNDEN, AUF DIE HERAUSFORDERUNGEN DES 21. JAHRHUNDERTS AUSGERICHTET.

Junge Menschen brauchen mehr denn je eine wegweisende Orientierung und die schützende Geborgenheit eines Zuhauses. Wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – aus der Bahn geworfen werden, steht die Sophienpflege ihnen und ihren Angehörigen zur Seite.

Historie

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts begann eine der größten Veränderungen, die Deutschland jemals erlebte: die ländliche Armut und die Industrialisierung, in deren Folge vielen Kindern das Elternhaus entzogen wurde. So regten sich Ende der 30er Jahre des 19. Jh. auch in Tübingen Stimmen, die die Gründung einer Rettungsanstalt für Kinder ohne Erziehung und Elternhaus forderten.

Einige Heime waren im Land bereits gegründet worden; die Region des oberen Neckartals besaß noch keine Einrichtung dieser Art. 1839 wurde der Verein zur Gründung einer Rettungsanstalt ins Leben gerufen. Man beschloss, das Heim in Lustnau zu gründen, weil dort Gebäude des ehemaligen Klosterhofs übernommen werden konnten. Am 24.08.1840 wurde das neue Heim feierlich eröffnet und erhielt den Namen „Tübingen-Lustnauer Rettungsanstalt“.
1841 trat der Verein an die mit dem Thronfolger der Niederlande verheiratete württembergische Prinzessin Sophie mit der Bitte heran, „die Anstalt unter den besonderen Schutz der Prinzessin Sophie von Oranien zu stellen, die als hohe Wohltäterin sich erwiesen hat“. Bald kam die positive Antwort aus Holland, und das neue Heim hieß von da an „Sophienpflege“.
In einem Bericht aus den ersten Jahren heißt es, „dass wir bei der Aufnahme auf diejenigen sehen müssen, welche am schwersten zu erziehen sind: Der Grad ihrer Untüchtigkeit ist der Grad ihrer Würdigkeit für die Aufnahme“. Um die Aufgaben des Heims zeitgemäß zu erfüllen, wurde in den sechziger Jahren des letzten Jh. eine neue Heimanlage bei Tübingen-Pfrondorf geplant, die 1969 bezogen wurde. Dieser Umzug sollte das bedeutendste Ereignis in der neueren Geschichte der Sophienpflege werden. Die damit verbundenen Hoffnungen und Vorstellungen erfüllten sich jedoch nicht. So wurde nur drei Jahre später damit begonnen, die Sophienpflege in eine dezentrale Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe umzugestalten. Ab 1972 entstanden familienähnliche Außenwohngruppen in angemieteten oder käuflich erworbenen Häusern in den umliegenden Städten und Gemeinden. In den achtziger Jahren kam als Wohnform für Jugendliche das Angebot des Betreuten Jugendwohnens hinzu.
Mit der 1977 begonnenen Arbeit in Tagesgruppen und der 1978 aufgenommenen Sozialpädagogischen Familienhilfe entwickelten sich zusätzliche Angebote im Vorfeld stationärer Heimerziehung. Eine Weiterentwicklung stellten die Außentagesgruppen und die gemeinwesenorientierte Jugendhilfe im „Volksbänkle“ Kirchentellinsfurt ab 1985 dar.
1974 wurde die Evangelische Fachschule mit der Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung eingerichtet und 1982 das Seminar für Heilpädagogik. Ein Jahr später erfolgte die Gründung der Fortbildungs- und Tagungsstätte. Die Sophienpflege entwickelte sich von einem zentralen Heim zu einer dezentralen Jugendhilfeeinrichtung als Verbundsystem vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Jugendhilfeangebote und bezog die Aus- und Fortbildung sozialpädagogischer Fachkräfte in ihr Aufgabenfeld mit ein. Aktuell befinden sich auf dem Pfrondorfer Gelände die Rudolf-Leski-Schule (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) , die Zentralen Dienste und der Pädagogisch-Psychologische Dienst, die Fachschule für Sozialwesen sowie das Tagungshaus.

Leitbild

Unser Leitbild wurde in einem einjährigen Diskussions- und Gestaltungsprozess entwickelt.
Aus unseren verschiedenen Arbeitsbereichen haben Mitarbeitende und Mitglieder des Trägervereins mitgewirkt, bevor es in der Mitgliederversammlung verabschiedet wurde. Wir aktualisieren es regelmäßig.

Das Leitbild verdeutlicht in fünf Grundthesen, was die Arbeitsbereiche der Sophienpflege miteinander verbindet und was ihnen allen gemeinsam wichtig ist.
Es richtet sich vor allem an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung. Darüber hinaus erfahren die Partner der Sophienpflege und an unserer Arbeit Interessierte, welches Profil und Selbstverständnis in der Sophienpflege gelebt wird.
Die Umsetzung des Leitbildes ist eine kontinuierliche Aufgabe für alle, die in der Sophienpflege zusammenarbeiten.

Leitbild als PDF

Organisation

Informationen zum Organisationsaufbau können Sie unserem aktuellen Organigramm entnehmen.